Unangenehme Gefühle

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, „Das ist kein Grund, sich so aufzuregen“, „Ist doch nicht so schlimm“, vielleicht kennen auch Sie solche Aussagen. Selbst so kleine, beinahe belanglose Aussprüche sagen viel darüber aus, wie schwer wir uns tun, mit Gefühlen umzugehen. Wir sind versucht, bei unangenehmen Gefühlen unsere Kinder schnell hinwegzutrösten und die damit verbundenen Gefühle kleinzumachen. Gleichzeitig sprechen wir damit den Kindern das Recht ab, so zu fühlen, wie sie sich eben fühlen. Die einen sind dann verunsichert, andere werden erst recht wütend oder zornig: „Du blöde Mama, du verstehst ja überhaupt nichts.“ Aus einer impulsiven Gefühlsäußerung des Kindes geraten wir dann nicht selten in einen handfesten Konflikt. Tatsächlich ist es zentral, dass Kinder die Gelegenheit bekommen, das auszudrücken, was sie bewegt, und wir ihnen solidarisch zuhören. Ihre Wut oder Verletztheit lässt nach, denn sie fühlen sich von uns gesehen und ernst genommen. Wut, Ärger und Traurigkeit verschwinden dann, wenn Kinder über sie sprechen können und sie sich von uns verstanden fühlen. Erst mit einem klaren Kopf sind Kinder dann in der Lage, das eigentliche Problem anzugehen. Das Ganze gilt natürlich in der gleichen Weise für uns Erwachsene, denn in die Wiege gelegt bekommen haben wir den Umgang mit Gefühlen mit Sicherheit nicht.

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