Schwarzes Schaf

„Ich bin wohl immer das schwarze Schaf in meiner Familie und kann keinem was recht machen.“ Kennen Sie das Gefühl, nicht so viel wert zu sein, wie die anderen? Macht man in der eigenen Herkunftsfamilie gegenüber Geschwistern die Erfahrung, ausgegrenzt und benachteiligt zu sein, so kann dies das eigene Leben stark prägen. Betroffene fühlen sich schuldig und schämen sich – „vielleicht bilde ich mir alles nur ein“. Selbstzweifel entstehen umso mehr durch die Tatsache, dass wir unseren Eltern ja zu Dank verpflichtet sind. Sie haben uns das Leben geschenkt und uns nach bestem Wissen und Gewissen aufgezogen. Familie als liebevolle und unterstützende Gemeinschaft ist die eine Seite. Die Kehrseite ist die, dass nicht selten Neid, Missgunst und Berechnung in Familien vorherrschen. Aus Loyalität verneinen „schwarze Schafe“ solche Realitäten als Einbildung und Undankbarkeit. Sie werten sich somit selber auch noch ab. Die Lösung dieses Dilemmas besteht zunächst darin, diese Realität anzuerkennen. Daraus folgt dann, Verantwortung für die eigene, selbstbewusste Lebensgestaltung zu übernehmen. Ziel sollte es sein, innere und äußere Distanz zu bekommen. Es geht um das Loslassen von Wünschen, Erwartungen und Forderungen in Bezug auf die eigene Herkunftsfamilie. Das bedarf viel Geduld; bewahrt uns allerdings davor, ein Leben lang voller Hoffnung und Sehnsucht den falschen Idealen, Vorstellungen und Menschen hinterherzulaufen. Also, ziehen Sie sich wie Münchhausen selber am eigenen Schopf aus dem Sumpf und umgeben Sie sich mit Freunden und Bekannten, die Ihnen wohlgesonnen sind. Und hören Sie auf Ihre innere Stimme, wenn es um ihre eigenen Bedürfnisse geht.

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