Scheitern

„Hinfallen, aufstehen, Krone richten – weitergehen“ – dieser Spruch soll uns Mut machen, mit weniger geglückten Situationen in unserem Leben umzugehen. Leider hat das Scheitern in der heutigen Gesellschaft so gar keinen Platz. Der Erfolgsdruck steigt und macht es schwieriger, sich ein Scheitern einzugestehen und daran zu wachsen. Alles, was nicht gelingt, ist auch nichts wert. Dem ist dagegenzuhalten, dass Scheitern im Leben zentral ist, denn alles Wesentliche lernen wir durch das Scheitern. Wir probieren beruflich und privat immer wieder aus, bis wir den Eindruck haben, dieser Lebensentwurf könnte zu mir passen, mit all seinen Ecken und Kanten. Und dabei passiert es uns beizeiten, dass wir mit Ideen, Vorhaben, Zukunftsplänen und Beziehungen scheitern. Scheitern ist immer eine Verlusterfahrung, die durchlebt und durchlitten werden will. Die wichtigste Voraussetzung ist das sich Eingestehen und Verarbeiten der damit verbundenen negativen Gefühle. Nach dem Schmerz, der Trauer und der Verzweiflung kommt vielleicht Wut und Aggression. Wer sich das eigene Scheitern eingesteht und abwartet, bis sich das Chaos im Kopf und Bauch gelegt hat, kann sich langsam mit der Realität versöhnen. Eine Bruchlandung hat auch ihr Gutes. Nach der Zeit des Trauerns und dem „Wunden lecken“ können wir mit klarem Kopf unser weiteres Leben gestaltend in die Hand nehmen und die für uns passenden Wege einschlagen.

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