Eltern und Schwiegereltern

Junge Paare stehen vor der Herausforderung, sich ihr künftiges Leben einzurichten. Eltern und Schwiegereltern sind dabei mit Rat und Tat zur Stelle – teilweise zum Leidwesen der jungen Generation.

Das Verhältnis im erweiterten Familienverbund zwischen Jung und Alt ist von Haus aus schwierig. Alle Beteiligten wünschen sich einen entspannten Austausch und ein harmonisches Miteinander. Eltern und Schwiegereltern haben einen Wissens-, und Erfahrungsvorsprung, den sie gerne zur Verfügung stellen, nach dem Motto: „Ich meine es ja nur gut“.

Die Herausforderung für junge Leuten besteht allerdings darin, ihr Leben entsprechend ihren eigenen Vorstellungen einzurichten. Für sie gilt es, die Gepflogenheiten der Herkunftsfamilien auf den Prüfstand zu stellen und nachzuspüren, was stimmig sein könnte oder eben auch nicht. Sie sollen und dürfen getrost ihr Eigenes kreieren, dabei Fehler machen, Scheitern und für sich selber Schlüsse daraus ziehen. Die Ablösung vom Elternhaus ist für sie ohnehin mit enormen Loyalitätskonflikten und dem Bemühen nach Ausgleich und Wertschätzung verbunden.

Auf Seiten der älteren Generation ist hier Zurückhaltung geboten. Selbst wenn wir unsere erwachsenen Kinder finanziell oder auch sonst unterstützen, gibt uns das keinerlei Recht, uns ungefragt einzumischen. Das Leben geht nach vorne und daher müssen unsere Kinder uns weder einen Gefallen tun, geschweige denn etwas recht machen. Indem sie Verantwortung für ihre Lebensgestaltung übernehmen, machen sie uns ohnehin die größte Freude.

Erwachsene Kinder aus der Obhut der elterlichen Fürsorge zu entlassen heißt gleichzeitig, nicht den Anspruch zu haben, alles perfekt für Sie zu richten – das schränkt ihren Gestaltungsspielraum ein und macht sie abhängig.

Und seien Sie ehrlich: Es sieht vermeintlich selbstlos aus, wenn für die „Jungen“ Haus und Hof gerichtet sind. Die eigenen Motive nach Wichtigkeit, Anerkennung und Rechthaben schwingen dabei aber unweigerlich mit und werden oft in Kommentaren und übergriffigem Verhalten deutlich.

Erst dadurch, dass die jungen Leute Position für sich und ihre Partner beziehen und sich abgrenzen, haben sie die Möglichkeit, sich als Mann oder Frau zu spüren. Sie werden ernst genommen und stehen für ihre Belange als Paar ein.

Abschließend ein Denkanstoß für Eltern und Schwiegereltern:

„Was ist das Gegenteil von gut? Gut gemeint!“

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